Der goldene Ring

Die Geschichte der Rus! Kirchen, Kathedralen, Zaren, Tataren, falsche Polen

Der goldene Ring ist eine touristischen Route über alte Städte der nordöstlichen Rus, die der Journalist Jurij Bytschkow 1967 sich ausgedacht hatte. Es ist eine Fahrt in die Vergangenheit. Über 100 Kirchen, die Zwiebeltürme glänzen, mehr als 50 Klöster, und zahlreiche Kreml, Holzhäuser und Fürstenhöfe, in Städten, lange bevor Moskau gegründet wurde. Es war für uns eine Fahrt vorbei an fast endlosen Wäldern, und weiten Feldern. Nordöstlich von Moskau liegt die Region und lockt unzählige Besucher an. Die Sehenswürdigkeiten erzählen von Mongolenstürme, Tataren und vielen Zaren.

 

Sergijew Passad

 

 Das Kloster der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius oder Troice-Sergiev-Kloster ist ein russisch-orthodoxes Männerkloster in der rund 70 km nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Sergijew Possad (von 1930 bis 1991 Sagorsk). Es wurde um 1340 vom Heiligen Sergius von Radonesch gegründet und gilt seit Jahrhunderten als eines der bedeutendsten religiösen Zentren der russisch-orthodoxen Kirche. Das vom 15. bis 18. Jahrhundert entstandene architektonische Ensemble des Klosters gehört seit 1993 zum UNESCO-Welterbe.
 

 
Die Dreifaltigkeitskathedrale (Троицкий собор) ist das älteste bis heute erhaltene Gebäude des Klosters es ist das wichtigste Gebäude des Klosterensembles. Es wurde im Jahre 1422, kurz nach dem Ableben des Heiligen Sergius, auf Geheiß dessen Nachfolgers Nikon errichtet. Überlieferungen zufolge wurde die Kathedrale seinerzeit vom Swenigoroder Fürsten Juri Dmitrijewitsch gestiftet, einem Sohn von Dmitri Donskoi – jenes Großfürsten also, der im Jahr 1380 im Dreifaltigkeitskloster den Segen des Ehrwürdigen Sergius vor seiner entscheidenden Schlacht gegen die Tataren einholte.

Obwohl die Kathedrale als Hauptbauwerk des Klosters gilt, ist sie in ihrer äußeren Ausstattung vergleichsweise schlicht und sachlich gehalten und wird, charakteristisch für russische Sakralbauten der damaligen Zeit, von einem zentralen Zwiebelturm mit vergoldeter Kuppel gekrönt. Erbaut wurde die Kathedrale aus weißem Stein, einer im Moskauer Fürstentum damals üblichen Bausubstanz.

Auf einen ebenfalls eher bescheidenen Vorraum folgt der Kirchenraum mit einer prächtigen Ikonostase, die den Altar von der Kirchengemeinde trennt. Die dortigen Ikonenreihen – die meisten von ihnen wurden im 15. Jahrhundert vom Mönch und Ikonenmaler Andrei Rubljow sowie seinen Schülern erschaffen – erzählen, von oben nach unten und von links nach rechts gelesen, die biblische Geschichte in Bildern. Der zentrale Bestandteil der Reihe – die Ikone der Heiligen Dreifaltigkeit, zugleich das berühmteste Werk Andrei Rubljows – ist heute in der Moskauer Tretjakow-Galerie im Original zu sehen. In den 1420er-Jahren war der zentrale Kirchenraum zusätzlich mit Fresken ausgeschmückt worden, von denen viele ebenfalls von Andrei Rubljow stammten. Allerdings sind die Originalmalereien nicht mehr erhalten geblieben. Die heutige Bemalung der Innenwand der Dreifaltigkeitskathedrale besteht aus Nachbildungen, die größtenteils in den 1630er-Jahren erschaffen wurden.

Rechts neben der Ikonostase steht das Hauptheiligtum der Dreifaltigkeitskathedrale: der silberne Reliquienschrein, in dem die Überreste des Heiligen Sergius ruhen. Die Dreifaltigkeitskathedrale mit dem Sergius-Schrein stellt das Hauptziel der Pilger dar und ist auch der Ort, an dem Mönche des Dreifaltigkeitsklosters ihre Mönchsweihe annehmen. In der Kathedrale werden mehrmals täglich Gottesdienste zelebriert. Im Kloster ist auch das Grab des Zaren Boris Godunov.

Alexandrowa Sloboda

Alexandrow wurde in russischen Urkunden erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt und hieß ursprünglich Alexandrowa Sloboda (Алекса́ндрова слобода́, wörtlich „Alexandersiedlung“). Anfang des 16. Jahrhunderts baute der Moskauer Großfürst Wassili III. dort ein kleines Jagdschloss zur Großfürstenresidenz aus. Etwa zur gleichen Zeit entstand in Alexandrowa Sloboda die 1513 fertiggestellte und bis heute erhaltene Dreifaltigkeitskathedrale.

Im Jahr 1564 ließ sich Zar Iwan der Schreckliche in der Sloboda nieder und machte den Ort für 17 Jahre zur faktischen Hauptstadt seines neu entstandenen Reiches.  Nachdem Iwan im November 1581 in der Alexandrowa Sloboda seinen Sohn, den Kronprinzen Iwan, in einem Wutanfall getötet hatte, verließ er die Residenz für immer. Seitdem verfielen die ehemaligen Zarengemächer und wurden Anfang des 17. Jahrhunderts zudem während der sogenannten Smuta von polnisch-litauischen Truppen beschädigt. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts, als in der Sloboda ein hölzerner Palast für Zar Michael entstand, blühte der Ort wieder auf. Etwas später wurde an der Stelle der ehemaligen Residenz Iwans des Schrecklichen ein Frauenkloster (das heutige Mariä-Entschlafens-Kloster, russ. Успе́нский монасты́рь) gestiftet.

 

Wladimir

Wladimir ist die altertümlichste Hauptstadt Russlands und eine der am meisten besuchten Städte auf der Touristenroute Goldener Ring. Seine Kirchen aus weißem Stein mit goldenen, glänzenden Kuppeln sind Teil des Museumsreservats, das seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Erhaltene Meisterwerke der russischen Baukunst aus der Zeit vor der Mongoleninvasion, Fresken von Andrej Rubljow, Mariä-Entschlafens-Kathedrale und Demetriuskathedrale, das Mariä-Geburt-Kloster und das Fürstinnen-Kloster machen Wladimir so außergewöhnlich.Die Stadt wurde im Jahre 990 vom Fürsten Wladimir gegründet, der die Rus christianisierte. 1108 bekam die Stadt eine Festung aus Holz und einen Erdwall um sich herum. Der Gründer Moskaus, Fürst Juri Dolgoruki, ließ in Wladimir die ersten Häuser aus weißem Stein bauen. Sein Sohn Andrej Bogoljubski kehrte nach Wladimir zurück, nachdem er Kiew erobert hatte, um hier als Fürst zu herrschen.

Die Mariä-Entschlafens-Kathedrale aus weißem Stein mit Fresken aus der Hand der berühmten russischen Ikonenmaler Andrej Rubljow und Daniil Tschjorny gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ragt über Wladimir und dem Fluss Kljasma empor. Die erste Kirche aus Holz ließ hier 990 Fürst Wladimir errichten. Mitte des 12. Jahrhunderts, zu den Regierungszeiten des Fürsten Andrej Bogoljubski, wurde an dieser Stelle aus weißem Stein eine dreischiffige Kathedrale mit einer Kuppel erbaut, die höchste ihrer Zeit. Nach dem verheerenden Brand im Jahre 1185, der viele Kirchen beschädigt hatte, wurde die Kathedrale umgebaut und bekam fünf Kuppeln. In der Mariä-Entschlafens-Kathedrale wurden Andrej Bogoljubski und sein jüngerer Bruder Wsewolod, „Großes Nest“, bestattet.

Suzdal

Suzdal ist eine richtig alte Stadt sie eines der ältesten russischen Städte, erstmals erwähnt im  10. Jahrhundert. Eine erste Blütezeit erlebte Susdal, mit Fürst Juri Dolgoruki, als er Susdal zur Residenz des Fürstentums Wladimir-Susdal machte. In Susdal gab es einst fünfzehn Klöster, davon sind heute fünf erhalten.

Alexander-Kloster das Nonnenkloster, es war üblich, die Susdaler Fürstinnen hier zu bestatten.

Erlöser-Euthymius-Kloster, ein Mönchskloster

Der Kreml von Suzdal, er ist die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt, sein ältester Teil, der bereits im 10. Jahrhundert entstanden ist. Die Festung, die den Fürstenhof und die Hauptkirche verteidigte, war von Erdwällen umgeben. Er gilt er als eines der bedeutsamsten altrussischen Architekturdenkmäler und steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

Museum für Holzarchitektur: Von der Kirche zum Kaufmannshaus

Kostroma

Nur 350 Kilometer von Moskau entfernt liegt eine der größten Städte des Goldenen Ringes Russlands, Kostroma. 2017 feierte die Stadt ihren 865. Geburtstag. Hier taucht man auf eine unfassbare Art und Weise in die Atmosphäre des 18. und des frühen 19. Jahrhunderts ein. Die Holzhäuser haben geschnitzte Fensterverkleidungen, auf den Straßen stehen Wasserkräne. Die Mauer des Ipatos-Klosters «erzählen» über das berühmte Zarengeschlecht der Romanows, die goldenen Kuppeln der Kirchen erinnern an die alte, lange Geschichte der Stadt, die einmaligen Sonnenuntergänge an der Wolga bleiben unvergesslich. wir sind hierher gekommen, um die Fresken der Dreifaltigkeits-Kathedrale zu bewundern, traditionelle russische Gewerbe kennenzulernen und den berühmter Käse aus Kostroma zu kosten.
1613 geschah in Kostroma ein für ganz Russland bedeutendes Ereignis. In den Räumlichkeiten des Ipatios-Klosters wurde der neue russische Zar Michail Fjodorowitsch Romanow gewählt, Stammvater der Dynastie, die über 300 Jahre das Land regierte. Die Polen, die den jungen Zaren in ihre Hand bringen wollten, haben den einheimischen Kostromaer Bauer Iwan Susanin als Führer angeheuert. Dieser wollte Michail Fjodorowitsch retten und hatte die Polentruppen in tiefe Wälder geführt, dabei kam er selbst ums Leben. Sein Denkmal steht heute im Zentrum von Kostroma, aus dem Susanin-Platz.

Das Ipatios-Kloster ist in ganz Russland dank zwei Dinge bekannt. Erstens wurde hier die älteste Chronik gefunden, deren 300 Blätter die wichtigsten Informationen über die Geschichte der Rus enthielten. Diese Chronik wurde auch Ipatios-Chronik genannt, nach dem Klosternamen. Zweitens wurde hier der erste russische Zar aus der Romanow-Dynastie gewählt, Michail Fjodorowitsch. Das geschah im Jahre 1613.

Jaroslawl

Übernachtung im Kloster

Troitse-Sergiyev Varnitskiy Monastyr

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Rostov am Don

 

Mein Lieblingskloster

Rostow ist eine der großen, alten Hauptstädte im Goldenen Ring. Ein Besuch von Rostow gehört unbedingt zu einer Reise durch die Geschichte der Kiewer Rus, einer Reise durch den goldenen Ring dazu. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rostow gehört der Kreml von Rostow, der wirklich als der Schönste und beeindruckendste Kreml außerhalb von Moskau gilt.

Rostow liegt am Nerosee, in Abgrenzung zur Namensschwester Rostow am Don wird das Rostow im Goldenen Ring auch Rostow Jaroslawski genannt. In alten Zeiten bis ins 18.Jahrhundert nannte man es in Anlehnung an die historische Bedeutung der Stadt für Russland auch „Das große Rostow“ – Rostow Weliki.
Rostow war Hauptstadt der Kiewer Rus

Erstmals im Jahr 862 wurde Rostow als eine bereits bedeutende Siedlung erwähnt. Ab 988 war Jaroslav der Weise ein bekannter Fürst von Rostow. Unter Fürst Konstantin Wsewolodowitsch (1185–1218) wurde die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum der Kiewer Rus. Rostow war eine der beiden Hauptstädte des Teilfürstentums von Rostow-Susdal. Seit 1207 war Rostow die Hauptstadt des selbständigen Fürstentums Rostow.

Mit dem Niedergang der Kiewer Rus und dem Aufstieg von Moskau verlor Rostow Weliki seine politische Bedeutung. Bestehen blieb jedoch die Bedeutung für die orthodoxen Christen: Bereits 988 war Rostow eines der ersten russischen Erzbistümer. Im 14. Jahrhundert wurden die Bischöfe von Rostow Erzbischöfe und in den späten 16. Jahrhundert sogar so genannte Metropoliten. Einer von diesen Metropoliten, Iona Sysoevich (ca. 1607 bis 1690), gab im Auftrag der Stadt Rostow das heutige Wahrzeichen von Rostow in Auftrag: Den Kreml von Rostow, der von Besuchern gerne als der Schönste Kreml außerhalb von Moskau genannt wird.

Die Hauptsehenswürdigkeit von Rostow im Goldenen Ring ist sein Kreml. Zunächst diente er als Erzpriesterresidenz der Rostow-Jaroslawl-Eparchie. Darum nannte man ihn in alten Zeiten den Erzpriesterhof (oder Metropolithof). Im Zentrum des Kremls steht die 1589 gebaute Uspenskij-Kathederale (Mariä Himmelfahrts-Kathedrale, Rostow). Der Glockenklang des Rostower Kremls war früher in ganz Russland bekannt; auch heutzutage werden hier oft Glockenkonzerte veranstaltet.

Rostow wurde in seiner Geschichte mehrfach komplett abgebrannt oder zerstört – so mehrfach durch die Mongolen im 13. Und 14. Jahrhundert, auch von den Polen im Jahr 1608. Bis heute hat sich die ehemals prächtige Stadt nicht von diesen Zerstörungen erholt und ist heute eher eine kleine Stadt mit rund 35.000 Einwohnern, von denen viele vom Tourismus leben.

Diesen Film, gedreht im Rostower Kreml, muß man gesehen haben: klick in den Text des Bildes

 

 

 

Und so klingen die Glocken in Rostow:

   Und so klingt es in der Kirche:

 

  

 

Pereslavl Zalessky

Das ist die Verklärungskathedrale.

Die Geschichte der Stadt geht auf das Jahr 1152 zurück, als hier vom Großfürsten Juri Dolgoruki, der fünf Jahre zuvor auch Moskau gegründet hatte, eine Festung baute. Gemäß der damaligen Tradition erhielt die neu gegründete Festungsstadt einen Kreml, also eine mittelalterliche russische Festungsanlage mit Mauer und Wehrtürmen. Der Erdwall und die Verklärungskathedrale aus den 1150er-Jahren stellen heute nur noch die einzigen Überreste der einstigen Festungsanlage dar. Die Kathedrale zählt zu den ältesten russisch-orthodoxen Sakralbauten und ist auch dadurch bekannt, dass dort seinerzeit der berühmteste Sohn der Stadt, Fürst Alexander Newski, getauft wurde. Von 1176 bis 1302 war Pereslawl-Salesski die Residenzstadt eigener Fürsten. Unter Jaroslaw II. Wsewolodowitsch (1212–38), Vater des 1220 in Pereslawl-Salesski geborenen Alexander Newski, umfasste das Herrschaftsgebiet von Pereslawl-Salesski auch Dmitrov und Twer und zählte damit damals zu den bedeutendsten Fürstentümern.